„Reisepläne und Aktivitäten für einen Urlaub ohne Barrieren“

Zum Inhaltsverzeichnis Ergebnisbericht einer in der Zeit vom 1. Oktober 2008 bis zum 31. Januar 2009 gemeinsam von den Internetportalen „Barrierefreier Tourismus Info – BTI“ und „Infoplattform Barrierefreier Tourismus in Österreich – IBFT“ durchgeführten Online-Umfrage.

Vorbemerkungen

In dem Befragungszeitraum vom 1. Oktober 2008 bis zum 31. Januar 2009 haben die Internetportale „Barrierefreier Tourismus Info – BTI“ in Deutschland sowie „Infoplattform Barrierefreier Tourismus in Österreich – IBFT“ gemeinsam eine Online-Umfrage zu den Reiseplänen und Aktivitäten in einem Urlaub ohne Barrieren durchgeführt.
Soweit das den an dieser Umfrage beteiligten Partnern bekannt ist handelt es sich dabei um die erste Online-Umfrage zu diesem inhaltlichen Schwerpunkt, welche Partner aus Deutschland und aus Österreich gemeinsam durchgeführt haben.
Das vorliegende Material fasst die wichtigsten Umfrageergebnisse zusammen und stellt sie der Öffentlichkeit vor.

Dr. Angelika Laburda
Projektleiterin IBFT

Hartmut Smikac
Projektleiter BTI


Karlsruhe / Wien April 2009 Inhaltliche Schwerpunkte:
  1. Grundlegende Aspekte der Befragung
  2. Urlaubsplanung
  3. Urlaubsziele
  4. Informationsmaterial zur Reisevorbereitung
  5. Faktoren der Entscheidung für ein Reiseziel
  6. Wohin die nächsten Reisen gehen sollen
  7. Zukünftige Reisen- und Interessenfelder
  8. Der Bedarf an Hilfsmitteln auf Reisen
  9. Schlussfolgerungen / Empfehlungen
  10. Quellennachweis




1. Grundlegende Aspekte der Befragung

Die Umfrage wurde in deutscher Sprache durchgeführt. An ihr haben 126 am Thema interessierte Personen aus Deutschland (59 Prozent) und Österreich (36 Prozent) sowie einzelne Interessenten aus Schweden, der Schweiz und Ungarn teilgenommen.
Von den Teilnehmern dieser Umfrage sind 53 Prozent weiblich und 47 Prozent männlich.
Die altersmäßige Verteilung ist unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern breit gefächert. Der älteste Befragungsteilnehmer war 69 Jahre, der jüngste zwölf Jahre alt.
Unterteilt nach Altersgruppen gibt es eine gewisse altersmäßige Konzentration der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Altersgruppen 41 bis 50 Jahre (32 Prozent), 51 bis 60 Jahre (22Prozent) und 31 bis 40 Jahre (21Prozent). 12 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage sind jünger als 30 Jahre.
Damit ist der Altersdurchschnitt der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieser Umfrage jünger als der statistische Durchschnitt aller schwer behinderten Menschen in Deutschland und Österreich. Augenscheinlich wurde also mit dieser Umfrage vor allem jener Anteil von Menschen mit Behinderungen erreicht, die sich stark für das Thema „Reisen“ interessieren und sich auch praktisch damit befassen indem sie sich die dazu erforderlichen Informationen vor allem aus dem Internet beschaffen.
Ebenso wichtig für die Bewertung der Umfrageergebnisse ist die Tatsache, dass 48 Prozent der Umfrageteilnehmer berufs- oder erwerbstätig sind. 30 Prozent von ihnen erhalten Pension, beziehungsweise Rente und ein Anteil von sieben Prozent von ihnen befinden sich in Ausbildung. Lediglich neun Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Umfrage sind nicht erwerbstätig. Fünf Prozent der Umfrageteilnehmer hatten dazu keine Aussage getroffen.
Auch hierbei zeigt sich in der Auswertung eine gewisse Konzentration der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf jenen Teil von Menschen mit Behinderungen, welche durch Erwerbstätigkeit oder andere gesicherte Einkommen über die zum Reisen erforderlichen Mittel verfügen.
Bei der Auswertung der Umfrage sowie die Bewertung der Resultate ist hervorzuheben, dass mit der Umfrage ein relativ breites Spektrum von Ansprüchen an Barrierefreiheit erreicht werden konnte. 65 Prozent der Teilnehmer der Umfrage sind Rollstuhlnutzer / Rollstuhlnutzerinnen sowie weitere 21 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehbehindert, beziehungsweise zu weiteren sechs Prozent in anderer Art bewegungsbehindert. Sie bilden somit den größten Teil der individuellen Ansprüche an Barrierefreiheit der an der Umfrage Beteiligten. Zugleich haben jedoch auch zu 24 Prozent Menschen mit Sehbehinderungen, beziehungsweise Blinde teilgenommen. Außerdem haben Allergiker und Hörbehinderte sowie Menschen mit individuellen Ernährungsansprüchen und mit dem Anspruch auf Informationen in leichter Sprache ihre Antworten abgegeben. Da hierbei Mehrfachnennung von individuellen Ansprüchen möglich war, liegt die rechnerische Gesamtsumme über der 100-Prozent-Marke.

2. Urlaubsplanung

Insgesamt haben 75 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage erklärt, im Jahr 2008 bereits im Urlaub gewesen zu sein, beziehungsweise nach dem Beginn der Umfrage noch in den Urlaub fahren zu wollen.
68 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage bestätigten auch im Jahr 2009 in einen Urlaub reisen zu wollen. 25 Prozent der Befragten zeigten sich hinsichtlich einer Urlaubsreise noch unentschlossen. Lediglich drei Prozent erklärten, im Jahr 2009 nicht in den Urlaub fahren zu wollen.
Auf einen Urlaub zu verzichten, das kommt somit auch nach unserer Umfrage für Menschen mit Behinderungen in sehr geringen Anteilen nicht in Frage. Als Gründe für den Verzicht auf eine Urlaubsreise wurde in sechs Prozent der Antworten aller Befragten der Wunsch genannt, nicht allein reisen zu wollen. Als weitere Gründe für einen Verzicht führten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, keine ausreichend barrierefreien Angeboten, beziehungsweise nur zu teurer Angebote gefunden haben zu haben (jeweils nur Einzelfälle, die statistisch lediglich mit zwei Prozent benannt werden können).
Von jenen, die sich dann tatsächlich entschließen, nicht in den Urlaub zu reisen, tun dies, nach unserer Umfrage, 28 Prozent der Befragten, weil sie keine Urlaubsunterkunft finden konnten, welche ihren Ansprüchen genügt, 26 Prozent weil das Angebot nicht ihren Preisvorstellungen entsprach sowie 13 Prozent deshalb, weil die Auskünfte zur Barrierefreiheit nicht als ausreichen zuverlässig angesehen wurden.
Ausgehend von unserer Umfrage kann man feststellen, dass Menschen mit Behinderungen vor allem häufiger im Jahr in einen Kurzurlaub fahren. 48 Prozent der Befragten gaben an, mehrmals im Jahr in einen Urlaub zu reisen, 27 Prozent der Befragten fahren mindestens einmal jährlich in einen Urlaub. Sechs Prozent der Befragten fahren alle zwei Jahre in einen Urlaub und bei lediglich 13 Prozent der Teilnehmer sind Urlaubsreisen nur in größeren zeitlichen Abständen möglich.
Vergleicht man diese Ergebnisse, so stimmen sie insgesamt mit den in der Studie „Barrierefreier Tourismus für Alle in Deutschland – Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zur Qualitätssteigerung“ aufgezeigten Entwicklungen überein. (vergleiche dazu: Barrierefreier Tourismus für Alle in Deutschland – Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zur Qualitätssteigerung, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie – Berlin, August 2008, Seite 57-58)
Unterscheidet man bei Antworten aus unserer Online-Umfrage nach Teilnehmern aus Österreich und aus Deutschland, dann sind die Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich hinsichtlich der Reisehäufigkeit erst einmal nur gering.
Tabelle zur Reisehäufigkeit im Vergleich zwischen den Antworten aus Österreich und aus Deutschland: Betrachtet man jedoch die Urlaubsgestaltung nach ihrer Dauer, dann werden Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland sichtbar. Bezogen auf einen Urlaub von vier bis sieben Tagen gaben 20 Prozent der deutschen und 16 Prozent der österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, einen solchen Urlaub zu machen. In dieser Rubrik zeigt sich jedoch auch, dass eigentlich mehr Urlaub gewünscht wird, und von einigen auch gemacht wird. So reisen weitere 20 Prozent der deutschen sowie 33 Prozent der österreichischen Umfrageteilnehmer zwei Mal im Jahr in einen Urlaub zwischen vier und sieben Tagen.
Hervorzuheben ist außerdem, dass 16 Prozent der Umfrageteilnehmer aus Deutschland angaben, drei Mal im Jahr in einen Urlaub von bis zu sieben Tagen fahren. 13 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage aus Österreich erklärten, vier Mal im Jahr in einen Urlaub von einer Dauer von vier bis sieben Tagen zu fahren.
Der Schwerpunkt des Urlaubsgeschehens unter dem Aspekt der Länge eines Urlaubs liegt nach unserer Umfrage bei dem Urlaub in einer Zeitspanne von sieben bis zehn Tagen. Nach den Antworten dieser Umfrage reisen Menschen in Österreich und Deutschland zu folgenden Anteilen in einen derartigen Urlaub:
Fast ein Drittel (32 Prozent) der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage aus Deutschland sowie fast ein Viertel (24 Prozent) der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Österreich fahren nach ihren Angaben einmal im Jahr für einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen in den Urlaub. 12 Prozent der Umfrageteilnehmer aus Deutschland sowie 11 Prozent der Beteiligten aus Österreich reisen sogar zwei Mal im Jahr für einen Zeitraum bis zu drei Wochen in einen Urlaub.
Wenn Menschen mit Behinderungen einen Urlaub planen dann bereiten sie dabei Urlaubsreisen vor, welche sie gemeinsam mit Familienangehörigen (56 Prozent) oder Freunden und Bekannten (31 Prozent) verbringen möchten. Nach unserer Umfrage reisen aber auch sechs Prozent der Befragten allein in einen Urlaub.
Betrachtet man den Punkt des Reisens unter dem Aspekt der Begleitung dann ergeben sich für Männer und Frauen keine gravierenden Unterschiede. In Begleitung von Familienangehörigen reisen 59 Prozent der Männer und 54 Prozent der Frauen. 32 Prozent der Frauen reisen in Begleitung von Freunden oder Bekannten. Das trifft ebenso auf 32 der Männer zu. Lediglich die Anteile der Alleinreisenden unterscheiden sich. So gehen sieben Prozent der Männer aber nur fünf Prozent der Frauen auch einmal allein auf Reisen.
Ein differenzierteres Bild ergibt sich, wenn man die Reisebegleitung unter dem Aspekt des Lebensalters der Reisenden mit Behinderungen betrachtet. Die Zahl jener, die in Begleitung von Familienangehörigen in den Urlaub reisen, steigt von 47 Prozent (Altersgruppe bis 30 Jahre) beständig bis auf 78 Prozent (Altersgruppe 60 Plus) beständig an. Demgegenüber fällt der Anteil jener, die in Begleitung von Freunden und Bekannten verreisen ab der Altersgruppe zwischen 30 und 40 Jahren (50 Prozent) auf etwa 20 Prozent ab (60 Plus = 22 Prozent).
Bemerkenswert ist auch, dass sich die Gruppe jener, die auch als Reisenden mit Mobilitätseinschränkungen allein in den Urlaub fahren nach unserer Umfrage auf die Altersgruppen 41 bis 50 Jahre sowie 51 bis 60 Jahre konzentriert.
Wie unsere Umfrage zeigt, so fällt die Entscheidung darüber, welcher der Ort des nächsten Urlaubs sein soll, innerhalb der Zeitspanne von bis etwa zu neun Monaten vor dem Beginn des Urlaubs. 32 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Umfrage gaben an, sich innerhalb weniger Wochen vor der Urlaubsreise für einen Urlaub zu entscheiden. Nach den Antworten der Umfrage beginnt bei 25 Prozent der Betreffenden im Frühjahr des jeweiligen Jahres die Urlaubsvorbereitung. Bei 24 Prozent der Befragten startet die die Phase der Vorbereitung auf die nächste Urlaubsreise im Herbst des vorangehenden Jahres und immerhin acht Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fangen gleich nach einem Urlaub damit an, den nächsten vorzubereiten.

3. Urlaubsziele

Menschen mit Behinderungen nutzen ihren Urlaub augenscheinlich, um möglichst viel von Europa kennen zu lernen. 37 Prozent der Befragten gaben in unserer Umfrage an, ihren Urlaub an wechselnden Urlaubsorten in Europa zu verbringen. Das sind 39 Prozent der Frauen und 38 Prozent der verreisenden Männer. Diese Einschätzung wird auch in der Wertung nach Altersgruppen bestätigt. Außer in der Altersgruppe 41 bis 50 Jahre liegen die Angaben jener Urlauber, die ihren Erholungsaufenthalt an wechselnden Urlaubsorten in Europa verbringen nach Altersgruppen geordnet in allen Gruppen bei Anteilen von über 40 Prozent.
Betrachtet man diese Ergebnisse zur Auswahl des Reisezieles unter dem Aspekt des Herkunftslandes der Teilnehmerin / des Teilnehmers an dieser Online-Umfrage, dann ergibt sich dabei folgendes Bild:
Nach dem Herkunftsland der Umfrageteilnehmer betrachtet, würden sich rund 23 Prozent der Deutschen und elf Prozent der Österreicher für einen solchen Urlaub entscheiden.
Fernreiseziele stehen für 20 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Umfrage im Zentrum ihrer Urlaubsziele. Das sind zirka 17 Prozent der Deutschen und gut 26 Prozent der Österreicher.
Etwa 22 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, eigentlich keine speziellen Vorlieben hinsichtlich der Auswahl ihres Reisezieles zu haben. Derart offen äußerten sich 22 Prozent der Deutschen und 26 Prozent der Österreicher.
Sieben Prozent der Befragten haben sich einen festen Urlaubsort außerhalb Deutschlands und Österreichs erwählt. Mit neun Prozent überwiegen in dieser Rubrik die männlichen Reisenden geringfügig. Stets denselben Urlaubsort in einem Urlaubsort innerhalb Europas aber außerhalb Deutschlands oder Österreichs wählten sechs Prozent der Frauen.
Reisende zu Urlaubsorten außerhalb Europas sind nach den Ergebnissen unserer Umfrage überwiegend Männer. Jeweils sieben Prozent von ihnen gaben in unserer Umfrage an, dass sie ihren Urlaub an wechselnden, beziehungsweise stets am gleichen Urlaubsort außerhalb Europas verbringen. Lediglich drei Prozent der weiblichen Umfrageteilnehmer erklärten, ihren Urlaub an wechselnden Orten außerhalb Europas zu verbringen. Den stets gleichen Urlaubsort außerhalb Europas wählen nach unserer Umfrage ganze eineinhalb Prozent der Teilnehmerinnen.
Unter dem Aspekt des Lebensalters liegen die Schwerpunkte von Personen, die ihren Urlaub an wechselnden Urlaubsorten außerhalb Europas verbringen, vor allem in den Gruppen 41 bis 50 Jahre (10 Prozent) sowie 51 bis 60 Jahre (vier Prozent). Für den stets gleichen Urlaubsort außerhalb Europas entscheidet man sich vor allem in der Altersgruppe 60 Plus (11 Prozent) sowie der Gruppe „bis 30 Jahre“ (sieben Prozent)
Betrachtet man die Antworten der Teilnehmer und Teilnehmerinnen unserer Umfrage unter dem Blickwinkel der Ansprüche der Reisenden, dann lässt sich vor allem ein Drang nach Mobilität und Vielfalt unter den in der körperlichen Mobilität eingeschränkten Reisenden feststellen. Die Antworten der Rollstuhlfahrer und Rollstuhlfahrerinnen bilden die Schwerpunkte in den Rubriken „Urlaub an wechselnden Urlaubsorten in Europa“ und „Urlaub an wechselnden Urlaubsorten in Deutschland“.
Die Umfrage „Reisepläne und Aktivitäten für eine Urlaub ohne Barrieren“ wurde von Partnern in Deutschland und Österreich gemeinsam durchgeführt. Wir haben deshalb gesondert nach den Plätzen von Deutschland und Österreich in der Urlaubsplanung von Menschen mit Behinderungen gefragt.
Hierbei hat sich für Österreich eine offensichtlich mehr ausgeprägte Standorttreue gezeigt, 10 Prozent der Befragten gaben an, ihren Urlaub stets am gleichen Urlaubsort in Österreich zu verbringen. Einen festen Urlaubsort in Deutschland haben nach unserer Umfrage lediglich sieben Prozent der Befragten. Dafür wird mehr durch Deutschland gereist. 15 Prozent der Befragten erklärten ihren Urlaub an wechselnden Urlaubsorten in Deutschland zu verbringen. Das ist ein doppelt so großer Anteil wie in Österreich. Hier verbringen lediglich sechs Prozent der Urlauber ihren Aufenthalt an jährlich wechselnden Urlaubsorten.
Dabei sind es vor allem Frauen, die ihren Urlaub standorttreu verbringen. Nach unserer Umfrage verbringen 12 Prozent der Frauen ihren Urlaub am stets gleichen Urlaubsort in Österreich sowie acht Prozent der Frauen verleben ihren Urlaub am stets gleichen Ort in Deutland. Bei den männlichen Befragungsteilnehmern sind das nach den Auskünften lediglich fünf Prozent beziehungsweise vier Prozent.
Betrachtet man die standorttreuen Urlauber so profitieren die Anbieter in Österreich insbesondere von der Treue der Altersgruppen bis 30 Jahre (27 Prozent) und 60 Plus (11 Prozent). Standorttreue mobilitätseingeschränkte Urlauber gibt es in Deutschland vor allem in den Altersgruppen 41 bis 50 Jahre (10 Prozent) sowie 31 bis 40 Jahre (sieben Prozent).

4. Informationsmaterial zur Reisevorbereitung

Wichtigste Quelle für die zur Reisevorbereitung benötigten Informationen stellt mit einem Anteil von 69 Prozent der Antworten das Internet dar. Dem folgen mit Anteilen von jeweils neun Prozent die Broschüren aus den Reiseregionen sowie Reiseberichte von Freunden und Bekannten. Sowie dann mit sieben Prozent die Broschüren von Reiseveranstaltern.
Hinsichtlich der Rolle des Internets für das Beschaffen von Reiseinformationen gibt es hier einen augenscheinlichen Unterschied zur im Auftrage des Bundesministeriums für Wirtschaft gefertigten Studie „Barrierefreier Tourismus für Alle in Deutschland – Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zur Qualitätssteigerung“. In dieser Studie die Anteile von mobilitäts- und aktivitätseingeschränkten Reisenden, die sich ihre benötigten Informationen mittels Internet beschaffen, deutlich geringer eingeschätzt. Dieser Widerspruch hebt sich jedoch auf, wenn man berücksichtigt, dass sich der vorliegende Ergebnisbericht auf eine Online-Umfrage bezieht und so mit der Feststellung der genannten Studie übereinstimmt, in der festgehalten wurde, dass „...70 Prozent derer, die über einen Internetzugang verfügen, …das Internet zur Informationsbeschaffung für den Urlaub (nutzen), unabhängig davon ob mobilitäts- oder aktivitätseingeschränkt oder nicht“. (siehe dazu zu: in der Studie „Barrierefreier Tourismus für Alle in Deutschland – Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zur Qualitätssteigerung“ aufgezeigten Entwicklungen überein. (vergleiche dazu: Barrierefreier Tourismus für Alle in Deutschland – Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zur Qualitätssteigerung, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie – Berlin, August 2008, Seite 64)
28 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage gaben an, sich dann auf der Grundlage dieses Informationsmaterials eigentlich nur noch von dem eigenen Reisewunsch leiten zu lassen.
Ein relativ großer Anteil von Reisenden ist bei seiner / ihrer Entscheidung für ein Reiseziel jedoch von der Gewissheit abhängig, dass das ausgewählte Reiseziel für ihre Ansprüche auch barrierefrei ist. Dabei stützen sie sich, wie die Resultate der Umfrage zeigen, vor allem auf die Bestätigung der Aussage zur Barrierefreiheit durch Freunde und Bekannte (26 Prozent) sowie durch andere Reisende in Internetforen oder Artikel in Zeitschriften von Selbsthilfeverbänden und auf die Broschüren und Internetseiten von Tourismusverbänden, Quartiergebern und Reiseanbietern (zu jeweils 23 Prozent in beiden Rubriken)
Den höchsten Rang der Zuverlässigkeit der Aussagen zu Barrierefreiheit wird jedoch einem Anteil von 38 Prozent der Antworten den Auskünften der Quartiergeber zugesprochen.

5. Faktoren der Entscheidung für ein Reiseziel

Die Resultate unserer Umfrage zeigen, dass das allgemein verwendete Rollstuhlsymbol weiterhin als wichtiger Hinweis auf Barrierefreiheit am ausgewählten Reiseziel gesehen wird. 56 Prozent der Antworten auf unsere Fragen bestätigten diese Aussage. Zugleich verweisen jedoch insgesamt 37 Prozent der Antworten darauf, dass das Rollstuhlsymbol nicht allgemein als Hinweis für Barrierefreiheit ausreichend ist.
Fasst man einmal die verschiedenen Arten von Behinderungen in separate Gruppen zusammen, dann zeigt sich ein differenzierteres Bild. So ist das Rollstuhlsymbol
Augenscheinlich wird eine in viel breiterem Umfang auf den individuellen Bedarf ausgerichtete Auskunft zur Barrierefreiheit gewünscht. So kommentierte ein Teilnehmer / eine Teilnehmerin der Umfrage die Frage nach der Bedeutung des Rollstuhl-Symbols mit den Worten: „Dies ist wieder eine typische Rollifrage, ärgerlich, ich bin blind.“
Diese Ergebnisse zeigen, dass das Rollstuhlpiktogramm zwar weitgehend als Symbol für Barrierefreiheit gesehen wird und in Grenzen als solches dient. Bestimmte Teile der Antworten unserer Umfrage sind in ihrer Aussage augenscheinlich auch darin beeinflusst, dass Personen an der Befragung teilgenommen haben, die sowohl Rollstuhlnutzer wie zugleich auch sehbehindert oder hörbehindert sind.
Insgesamt belegen die Antworten dieser Umfrage aber, dass die Auskünfte über Barrierefreiheit oder die Bedingungen vor Ort einem breiteren Bedarfsspektrum gerecht werden sollten.
So hielt ein Umfrageteilnehmer im Kommentar-Feld fest: „Eine gute Barrierefreiheit wie sie ein Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderter brauchen, benötige ich nicht. Daher würde mich das Symbol nicht ansprechen, zu mal es verbalisiert sein müsste, damit ich als blinder Reisender es überhaupt wahrnehme.“ Dieser Umfrageteilnehmer verweist damit auf, dass bisher verwendete Piktogramme für „blind“ und sehbehindert“ durch diesen Personenkreis allgemein nicht wahrgenommen werden und dieses Piktogramm in Printmedien seinen Zweck nur mit fremder Hilfe erfüllt. Und ein weiterer Teilnehmer konstatiert: “Symbole sind für mich auf Grund meiner Behinderung nicht unbedingt wahrnehmbar.“
Ausgehend von den individuellen Ansprüchen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Umfrage spielen Auskünfte zu weiteren Piktogrammen für „andere Behinderungen“, bis auf blinde und sehbehinderte Reisende, eine untergeordnete Rolle. Von diesem Personenkreis wurden Piktogramme jedoch ebenfalls kritisch bewertet, weil diese bisher nur in sehr wenigen Beispielen taktil gestaltet oder, zum Beispiel im Internet, mit einer Audio-Datei verbunden sind.
Eine Kennzeichnung mit Piktogrammen erleichtert das Auffinden dem individuellen Bedarf entsprechender Angebote, sie allein werden jedoch nicht als ausreichende Information betrachtet. So wurde Piktogramme von einem Teilnehmer der Umfrage als „…weniger hilfreich,…“ bezeichnet, weil es so viele verschiedene Kennzeichnungen gibt und man dann erst wieder herausfinden muss, was die Symbole im Einzelnen bedeuten.
Das bestätigen auch die Antworten auf unsere Frage danach, welche Art von Informationen denn gewünscht werden, um die Barrierefreiheit sicherer beurteilen zu können. Ein Teilnehmer / eine Teilnehmerin der Umfrage hob in dem Zusammenhang hervor: Da es keinen einheitlichen Standard für Barrierefreiheit gibt, gebe ich persönlichen Auskünften des Quartiergebers den Vorzug. Nur so kann ich feststellen ob die Unterkunft wirklich für meine Bedürfnisse als Rollstuhlfahrerin geeignet ist. Dieser Standpunkt korrespondiert insgesamt mit der Forderung nach mehr Fotos und Beschreibungen der örtlichen Gegebenheiten (28 Prozent der Antworten) sowie nach Listen und Tabellen mit Maßen der Bedingungen vor Ort (25 Prozent).
Die Aussage, dass die Unterkunft einer nationalen Norm (16 Prozent) oder einem europäischen Gütezeichen (14 Prozent) entspricht, wurde in unserer Umfrage gering bewertet. Den Grund für diese Bewertung fasst ein Teilnehmer / eine Teilnehmerin unserer Umfrage mit den Worten zusammen:“… weil man nie weiß, wer hinter der Prüfung stand“. Piktogramme und Einstufungen werden so nicht immer als „der Wahrheit entsprechend“ erlebt, oder sie werden, weil nicht taktil oder akustisch, zum Beispiel, von Blinden, überhaupt nicht wahrgenommen.
Nach der Rolle des Reisepreises für die Urlaubsentscheidung gefragt gaben drei Prozent der Befragten an, dass der Reisepreis für sie unwichtig wäre und sie nah dem Reiseziel auswählen würden. Für 45 Prozent der Befragten ist der Reisepreis ein Faktor von vielen, welche sie bei ihrer Reisentscheidung berücksichtigen.
Allerdings verwiesen auch 37 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage darauf, dass für sie der Preis für ihre Entscheidung wichtig wäre, fast 10 Prozent der Befragten stellten sogar fest, dass der Preis einer Reise für ihre Reisentscheidung entscheidend ist. Resümierend ist somit hinsichtlich des Reisepreises etwa eine Zweiteilung zu konstatieren: Für einen Teil der Reisenden mit Behinderungen ist der Reisepreis entscheidend oder wichtig, für den anderen Teil ist der Preis zwar nicht unbedeutend jedoch weniger oder gar nicht wichtig.
Auf der Grundlage der Antworten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an unserer Online-Umfrage lassen sich diese Auskünfte weiter differenzieren. Dabei ergeben sich, wenn man die Antworten aus Deutschland mit jenen aus Österreich vergleicht, in den Rubriken „der Preis einer Reise ist wichtig“ und „der Preis der Reise ist ein Entscheidungsfaktor von vielen“ nur geringe Unterschiede. So stufen 41 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland den Preis einer Reise als wichtig für eine Entscheidung ein. Bei den Antworten aus Österreich sind das nur 38 Prozent. In Deutschland wurde der Preis der Reise in 45 Prozent der Antworten als „ein Faktor von vielen“ angegeben. Für die österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer war das zu 49 Prozent der Fall.
Berücksichtigt man, dass 11 Prozent der Antworten aus Deutschland und sieben Prozent der antworten aus Österreich die Aussage treffen, der Preis sei für ihre Reiseentscheidung „entscheidend“ sei, dann lässt sich insgesamt ableiten, dass der Preis einer Reise in Deutschland eine größere Rolle als in Österreich spielt.

6. Wohin die nächsten Reisen gehen sollen

Einen weiteren Schwerpunkt der Online-Umfrage stellten zukünftige Reisepläne von Menschen mit Behinderungen dar. Beide Projekte hatten sich entschieden, in der Umfrage danach zu fragen, um so vor allem Hinweise für die weitere Ausgestaltung ihrer Informationsangebote zu erhalten.
In diesem Zusammenhang haben 33 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage erklärt, dass sie in Deutschland ihr bevorzugtes Reiseziel sehen. 24 Prozent der Befragten wiesen Österreich diesen Rang zu. Diese Angaben liegen über den in Abschnitt „3. Urlaubsziele“ genannten Prozentsätzen. In Deutschland wie in Österreich verleben also augenscheinlich weniger Menschen mit Behinderungen ihren Urlaub als dies gern tun würde.
Zugleich ist das Wissen über die in Deutschland und Österreich gebotenen Urlaubsmöglichkeiten offenbar relativ groß, denn nur 25 Prozent der Befragten gaben an, mehr Informationen über Reiseziele in Deutschland zu wünschen. Auch Österreich liegt mit einem Wunsch nach mehr Informationen von 23 Prozent der Antworten unter der Angabe, die Österreich als bevorzugtes Wunschreiseziel beschreibt, obwohl das nicht ganz so deutlich wie im Bezug auf Deutschland ist.
Nach dem Land gefragt in welches die nächste Urlaubsreise gehen soll, entschied man sich vor allem für Italien. Deutsche und Österreicher streben nach den Antworten in dieser Umfrage mit geringen Unterschieden von Zehntel-Prozenten mit Anteilen von rund 36 Prozent der Antworten vor allem einen Urlaub in diesem Land an.
An zweiter Stelle der Wunschreiseziele steht Spanien, für das man sich mit etwa 27 Prozent der Antworten entschied, darunter können sich 30 Prozent der Deutschen und 24 Prozent der Österreicher einen Urlaub in den verschiedenen Teilen dieses Landes vorstellen.
Einen Urlaub in Deutschland planen nach den Auskünften rund 26 Prozent der Umfrageteilnehmer, 32 Prozent der Deutschen und 15 Prozent der Österreicher.
Einen Urlaub in Österreich planen insgesamt 24 Prozent der Umfrageteilnehmer. Darunter sind es 31 Prozent der Österreicher sowie 20 Prozent der Deutschen.
Frankreich liegt in dieser Online-Umfrage an fünfter Stelle der Wunschreiseziele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ingesamt planen 22 Prozent von ihnen einen Urlaub in Frankreich, darunter sind es 23 Prozent der Deutschen und 20 Prozent der Österreicher.
23 Prozent der Österreicher und 15 Prozent der Deutschen planen einen Urlaub in Großbritannien. Somit entschieden sich insgesamt 17 Prozent der Umfrageteilnehmer für dieses Reiseziel und brachten damit Großbritannien an die sechste Stelle der Liste der Wunschreiseziele.
Dem folgen die Vereinigten Staaten von Nordamerika, für die sich 16 Prozent der Umfrageteilnehmer, darunter 22 Prozent der Österreicher und 13 Prozent der Deutschen entschieden.
Im Fokus der Interessen liegt ebenso Irland als Reiseziel hoch in der Gunst der Urlauber. Nach dieser Umfrageplanen 13 Prozent der Österreicher und 16 Prozent der Deutschen ein Urlaub in diesem Land.
Deutliche Unterschiede gibt es augenscheinlich im Interesse an einem Urlaub in Kroatien. Hierfür entschieden sich 23 Prozent der Österreicher aber lediglich knapp zehn Prozent der Deutschen.
Demgegenüber ist das Interesse an einem Urlaub in Griechenland ausgeglichener. Den planen nach den vorliegenden Antworten insgesamt 14 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage, worunter sich 16 Prozent der Österreicher und 13 Prozent der Deutschen dafür entschieden haben.
Die Palette jener Reiseregionen über welche mehr Informationen gewünscht werden, ist sehr breit. Als Schwerpunkte zeigen sich dabei jedoch vor allem traditionelle Reiseregionen. Den Spitzenplatz nimmt dabei Italien ein. 25 Prozent der Befragten wünschen mehr Informationen über Reiseziele in Oberitalien. Zu 16 Prozent wurden mehr Auskünfte zu Destinationen in Süditalien verlangt und 13 Prozent der Befragten haben den Wunsch nach mehr Informationen zu Mittelitalien geäußert. Insgesamt haben 37 Prozent der Befragten zumindest ein Ziel in Italien genannt. Auch Spanien stößt auf größeres Interesse.
Wenigstens eines der drei möglichen Reiseziele in Spanien haben 28 Prozent der Umfrageteilnehmer angekreuzt. So wurden die Kanaren mit 17 Prozent, das spanische Festland mit 13 Prozent und die Balearen mit 12 Prozent als jene Regionen angegeben, von denen man gern mehr Informationen für mobilitätseingeschränkte Urlauber hätte.
Als dritte Region zu welcher in der Summe einen hohem Anteil an Stimmen Interesse an mehr Informationen als bisher geäußert haben, zählt mit insgesamt 18 Prozent Großbritannien. 11 Prozent der Befragten wünschen mehr Informationen zu England, acht Prozent zu Schottland und fünf Prozent zu Wales.
Zu weiteren Ländern über welche größerer Bedarf an Reiseinformationen besteht gehören, nach unserer Umfrage Frankreich (21 Prozent), die USA (15 Prozent), Irland (14 Prozent), Griechenland und Kroatien (je 14 Prozent) und Schweden mit 10 Prozent sowie Dänemark mit acht Prozent.
Bei der Bewertung dieser Angaben ist ein deutlich größeres Interesse an Reisen nach Dänemark und Schweden hervorzuheben. Man kann also davon ausgehen, dass die von diesen Ländern angeboten Informationen zunehmend beim Reisenden ankommen oder kein weiter wachsender Bedarf an Informationen über diese Regionen besteht.

7. Zukünftige Reisen- und Interessenfelder

Bei der Auswahl der Reiseziele spielt der Reiseweg eine große Rolle. 25 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Umfrage gaben an, sich vor allem für Ziele zu entscheiden, die mit dem Auto erreichbar sind. 20 Prozent der Befragten interessieren sich demnach für Fernreiseziele und lediglich 18 Prozent der Befragten stellen sich auf Ziele ein, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln, also vor allem der Bahn, zu erreichen sind.
Dementsprechend wünschen sich 33 Prozent der Befragten von unseren Portalen mehr Informationen über Möglichkeiten der Reise mit dem Auto, 29 Prozent wollen mehr über Flugreisen erfahren, 22 Prozent über Bahnreisen und sechs Prozent würden gern mehr über das Reisen mit einem Schiff wissen.
Auf der Grundlage unserer Umfrage können wir hervorheben, dass sich offensichtlich auch unter den Menschen mit Behinderungen der Wunsch nach einem individuell gestalteten Urlaub weiter ausprägt. 61 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Umfrage äußerten den Wunsch, vor allem mehr über die Möglichkeit von Individualreisen erfahren zu wollen. 18 Prozent zeigen sich an Pauschalreisen interessiert. 10 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekundeten Interesse an Gruppenreisen und weitere 10 Prozent der Befragten äußerten sich dazu nicht.
Auch bei der Auswahl einer bevorzugten Ferienunterkunft zeigen sich sowohl ein breites Interesse sowie ebenfalls ein eindeutiger Trend. Da in der Umfrage unter der Berücksichtigung von Wahlmöglichkeiten Mehrfachnennungen zugelassen waren, können diese Angaben lediglich von der Rangfolge her und nicht als Gesamtbild bewertet werden. So erhielten barrierefreie Hotels in der Umfrage 61 Prozentpunkte. Für barrierefreie Ferienwohnungen entschieden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit 38 Punkten. Barrierefreie Ferienhäuser wurden mit 28 der möglichen Punkte bewertet. Ferienanlagen erhielten 18 Prozent der möglichen Punkte.
Für das Gewicht eines Wunsches nach individuell gestaltetem Urlaub spricht ebenso, dass 36 Prozent den Wunsch äußerten, mehr über barrierefreie Privatquartiere, insbesondere solche mit Bett und Frühstück, zu erfahren.
Zugleich verwiesen 19 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ihr Interesse an einem Urlaub auf dem Bauernhof. 18 Prozent interessierten sich für einen Urlaub auf einem Weingut und zu 12 Prozent wurde der Urlaub auf einem barrierefreien Campingplatz genannt.
Im Vergleich der Antworten aus Deutschland und aus Österreich ergibt sich ein Interesse an folgenden Unterkunftsarten: Im Hinblick auf die inhaltliche Gestaltung der Urlaubsreisen verweisen die Ergebnisse dieser Umfrage vor allem darauf, dass mehr Informationen gewünscht und gebraucht werden, die Aussagen über die Zugänglichkeit und Barrierefreiheit von Sehenswürdigkeiten und Attraktionen geben. 75 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage brachten dies mit ihren Antworten zum Ausdruck. Dem folgt die Forderung nach mehr Informationen für Städtereisen (50 Prozent der Antworten).
Abgesehen von diesen beiden Schwerpunkten, welche dem allgemeinen Trend im Tourismus entsprechen, verweisen die Ergebnisse der Umfrage auf ein breites Feld an Interessen und Aktivitäten, denen Menschen mit Behinderungen in ihrem Urlaub nachgehen möchten. Im Zuge unserer Umfrage wurden mit den antworten dabei besonders hervorgehoben:

8. Der Bedarf an Hilfsmitteln auf Reisen

Nach unserer Umfrage ist davon auszugehen, dass etwa ein Viertel der Reisenden mit Mobilitätseinschränkungen bei ihren Urlaubsreisen keine weiteren Hilfsmittel benötigen, beziehungsweise diese selbst mit sich führen. 24 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage verneinten den Bedarf an weiteren Informationen zu möglichen Assistenzleistungen oder zum Ausleihen von Hilfsmitteln für eine Urlaubsreise. 41 Prozent der Befragten gaben jedoch an, sie würden mehr Informationen über die Möglichkeiten einer Ausleihe von Hilfsmitteln am Urlaubsort wünschen. 17 Prozent der Befragten würden gern mehr über mögliche Assistenzleistungen am Urlaubsort erfahren und 11 Prozent interessieren sich vor für Assistenzleistungen während des gesamten Zeitraumes der Reise.
Sieben Prozent der Befragten würden gern mehr über mögliche Unterstützungen für eine Urlaubsreise insgesamt erfahren.

9. Schlussfolgerungen / Empfehlungen

Sowohl in Deutschland wie auch in Österreich gibt ein wachsendes Wissen darüber, dass sich „Mit dem barrierefreien Tourismus … für die Tourismusindustrie ein ungesättigter Markt mit großen touristischen und ökonomischen Potenzialen.“ öffnet. (Zitiert bei: ) ANALYSE DES REISEVERHALTENS UND DEN DABEI AUFTRETENDEN PROBLEMEN ENTLANG DER TOURISTISCHEN SERVICEKETTE VON MENSCHEN IM ROLLSTUHL AUS ÖSTERREICH, Diplomarbeit von Rudolf Ranegger, Eingereicht zur Erlangung des akademischen Grades MAGISTER (FH) für wirtschaftswissenschaftliche Berufe Mai 2006; Seite 114)
Gibt es die politische Weichenstellung mit welcher die Teilhabe aller an touristischen Angeboten durch das Verankern des Ideals des barrierefreien Reisens in der gesamten touristischen Leistungskette verankert werden soll. (vgl. Tourismuspolitische Leitlinien der Bundesregierung, Broschüre nach Bundestagsdrucksache 16/8000, PRpetuum GmbH München, März 2009; Seite 10)
Aus dem Blickwinkel der Auswertung des vorliegenden Ergebnisberichtes zur gemeinsam vom „Infoportal Barrierefreier Tourismus in Österreich“ und dem Portal des Seh-Netz e.V. „Barrierefreier Tourismus Info – BTI“ ergeben sich für die weitere Arbeit vor allem folgende Schlussfolgerungen und Empfehlungen:
  1. Die touristischen Anbieter sollten sich vor allem in größerer Breite auf die Ansprüche von Individualreisenden mit Mobilitäts- oder Aktivitätseinschränkungen sowie deren Familienangehörige und Freunde einstellen.
  2. Die Informationen über die Barrierefreiheit von Unterkünften und touristischen Angeboten sollten mittels Fotos und ergänzend erhältlichen Aufmasstabellen von den Örtlichkeiten für mobilitätseingeschränkte Gäste anschaulicher als dies mit Piktogrammen und beschreibenden Texten möglich ist, präsentiert werden.
  3. Der Anteil jener touristischen und Reiseinformationen, die auch durch Menschen mit Sehbehinderungen aufnehmbar sind, sollte deutlich und in kurzer Zeit erhöht werden.
  4. Insbesondere in Urlaubsorten in für mobilitätseingeschränkte Gäste schwierigem Gelände kann die Qualität des Urlaubsservice durch eine breitere Ausleihe von Hilfsmitteln weiter verbessert werden.
  5. Die Ergebnisse unserer Umfrage verweisen darauf, dass der Wunsch nach Angeboten, die auch für Menschen mit Mobilitäts- oder Aktivitätseinschränkungen Geselligkeiten und Möglichkeiten zum gegenseitigen Kennen lernen im Urlaub oder bei Reisen bieten, bisher noch nicht erfüllt wird.
  6. Wie bei den Fragen nach den gewünschten Unterkünften sowie den Inhalten der Angebote sichtbar wird (vgl. „7. Zukünftige Reisen- und Interessenfelder “), sollten barrierefreie Angebote in ihrer thematischen Breite weiter ausgebaut werden.
  7. Angesichts der Tatsache, dass vor allem von den Gastgebern und den touristischen Veranstaltern konkrete und verlässliche Auskünfte erwartet werden, sollten die Verantwortungsträger weitere Möglichkeiten zur Sensibilisierung und Schulung nach dem Modell „Gastfreundschaft für Alle“ speziell für diesen Personenkreis anbieten.
Das „Infoportal Barrierefreier Tourismus in Österreich“ sowie das Portal „Barrierefreier Tourismus – Info“ werden die Resultate diese Umfrage in den kommenden Wochen weiter auswerten und jedes Portal für sich Schritte für das Berücksichtigen der Wünsche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Ausgestaltung ihrer Informationsangebote berücksichtigen.
Der Text dieses Berichtes wird der Öffentlichkeit in einer Nur-Text-Ausgabe und in einer PDF-Version für den individuellen Gebrauch zugänglich gemacht. Zitate daraus sind nur unter Angabe der Quelle zulässig. Bei Veröffentlichungen, welche sich auf diesen Bericht beziehen, oder Angaben aus ihm verwenden, wird um ein Belegexemplar gebeten, welches an die weiter unten angegebenen E-Mail-Adressen geschickt werden kann.
Bei der Arbeit mit den hier angeführten Zahlen ist zu beachten, dass die Anteile, zu denen die Umfrageteilnehmer keine Angaben machten, sowie die Möglichkeiten der Mehrfachantworten bei dieser Darstellung nicht immer berücksichtigt wurden. Nicht in jedem Fall ist somit eine Aufrechnung zu 100 Prozent möglich. Für weitere Nachfragen und weiteren Auskünften im Detail wenden Sie sich bitte an:

Dr. Angelika Laburda (IBFT)
E-Mail: a.laburda@ibft.at

oder:
Hartmut Smikac (BTI)
E–Mail: hartmut.smikac@barrierefreier-tourismus.info

Oder besuchen Sie uns auf unseren Internetportalen
http://www.ibft.at/
http://www.barrierefreier-tourismus.info/

Quellennachweis

Barrierefreier Tourismus für Alle in Deutschland – Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zur Qualitätssteigerung, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie – Berlin, August 2008

ANALYSE DES REISEVERHALTENS UND DEN DABEI AUFTRETENDEN PROBLEMEN ENTLANG DER TOURISTISCHEN SERVICEKETTE VON MENSCHEN IM ROLLSTUHL AUS ÖSTERREICH, Diplomarbeit von Rudolf Ranegger, Eingereicht zur Erlangung des akademischen Grades MAGISTER (FH) für wirtschaftswissenschaftliche Berufe, Mai 2006

Tourismuspolitische Leitlinien der Bundesregierung, Broschüre nach Bundestagsdrucksache 16/8000, PRpetuum GmbH München, März 2009